Beitragsanpassungen der Gothaer 2026

Beitragsanpassungen der Gothaer 2026

Beitragsanpassungen der Gothaer 2026. Was Versicherte wissen müssen!

Die Gothaer Krankenversicherung AG zählt zu den etablierten Versicherern in Deutschland und bietet eine solide und nachhaltige PKV mit einem Fokus auf individuelle Gesundheitslösungen.

Besonders hervorzuheben ist der hohe Digitalisierungsgrad und der kundennahe Service.

Aber trotz der Fusion mit der Barmenia zur neuen BarmeniaGothaer müssen viele Kunden zum Jahreswechsel mit Beitragsanpassungen rechnen. Die Erhöhung beläuft sich auf bis zu 30% ausgehend vom Ursprungsbeitrag. Auch wenn beide Unternehmen nun organisatorisch zusammengehören, bleiben die PKV-Bereiche weiterhin eigenständig für den Maklerbereich.

Doch was steckt dahinter?. Welche Tarife betroffen sind, wie Sie reagieren sollten und warum der Tarifwechsel nach §204 VVG meist die klügste Entscheidung ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Welche Tarife der Gothaer werden 2026 angepasst?

Auch im Jahr 2026 müssen viele Kunden der Gothaer Krankenversicherung mit steigenden Beiträgen in ihrer privaten Krankenversicherung rechnen. Die Anpassungen betreffen voraussichtlich erneut sowohl Alt-Tarife (Bisex) als auch neuere Unisex-Tarife.

In den klassischen Bisex-Tarifen führt die sogenannte Entmischung des Tarifkollektivs zu einer zunehmenden Schieflage. Wenn jüngere, gesündere Versicherte kündigen oder in andere Tarife wechseln, bleiben kostenintensivere Personen zurück – was sich unweigerlich auf die Beitragskalkulation auswirkt.

Aber auch die modernen Unisex-Tarife kommen nicht ungeschoren davon. Gründe sind hier vor allem medizinischer Fortschritt, steigende Ausgaben im Gesundheitswesen und eine anhaltend schwierige Zinssituation, die die Rückstellungen belastet.

Welche Tarife konkret zum 01.01.2026 angepasst werden, erfahren Sie hier:

Geschlossene Tarife (Bisex)

 

Kompakttarife

  • AS-Tarifreihe (AS0, AS!, AS2, AS§)
  • Tarif BSS
  • Tarif ES
  • G-Tarifreihe (GGS, GS 0, GS 1, GS 2, GS 3, GS 4)
  • KG-Tarifreihe (KG, KG V)
  • MAX-Tarifreihe (MAX Plus, MAX 1, MAX 2)
  • Medi-Tarifreihe (MediAktiv, MediComfort, MediStart 1BO, MediStart 1SB, MediStart 2SB, MediVita 250, MediVita 500)

Ambulante Tarife

  • A-Tarifreihe (A1 0, A1 1, A1 2, A1 3, A1 4, A2 1)

Stationäre Tarife

  • Medi-Tarifreihe (MediClinic, MediClinic U)
  • SE-Tarifreihe (SE1, SE1 V, SE2, SE2 V, SEA100, SEA100V, SEK, SEK V)
  • S-Tarifreihe (S1, S2, S3)

Dentale Tarife

  • Medi-Tarifreihe (MediVita Z 70, MediVita Z 90)
  • Z-Tarifreihe (Z 1, Z 2, ZS 100, ZS 60, ZS 80)

OffeneTarife (Unisex)

Tarif

Kinder

Jugendliche

Erwachsene

MAX 1

2%

13%

10 - 13%

MAX 2

17%

14%

12 - 14%

MediComfort

17%

17%

8%

MediCompact + 240

19%

16%

13 - 15%

MediCompact + 480

21%

18%

14 - 16%

MediCompact Premium 240

19%

16%

14 - 15%

MediCompact Premium 480

21%

17%

14 - 15%

MediCompact Premium 960

23%

19%

15 - 16%

MediCompact Premium 1440

25%

20%

16 - 17%

MediHealth Prime

30%

25%

11 - 19%

MediStart 1 BO

13%

13%

14%

MediStart 1 SB

18%

18%

15 - 16%

MediVita 250

16%

17%

12 - 13%

MediVita 500

20%

17%

15 - 17%

Hinweis: Die Tabelle wird regelmäßig aktualisiert. Dennoch besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der Angaben.

Gründe für die Beitragsanpassung:

Die private Krankenversicherung darf Beiträge nur dann anpassen, wenn definierte Schwellenwerte überschritten werden – das schreibt der Gesetzgeber vor. Die Gründe sind vielfältig:

1. Entwicklung der medizinischen Versorgung

Immer neue Diagnoseverfahren, moderne Medikamente und innovative Behandlungen sorgen für bessere Heilungschancen – aber auch für höhere Kosten. Diese Innovationen schlagen sich direkt in den Beitragssätzen nieder.

2. Höhere Lebenserwartung

Je älter wir werden, desto mehr Gesundheitsleistungen benötigen wir – insbesondere im Rentenalter. Die Nürnberger muss diese längere Leistungsdauer einkalkulieren, was zu steigenden Beiträgen führt.

3. Gesundheitskosten steigen insgesamt

Zahnbehandlungen, stationäre Aufenthalte, Pflegekosten – nahezu alle Bereiche des Gesundheitssystems sind von einer spürbaren Kostensteigerung betroffen. Das wirkt sich unabhängig vom individuellen Bedarf auf alle PKV-Tarife aus.

4. Kapitalmarkt und Niedrigzins

Altersrückstellungen werden angelegt, um in Zukunft die Beiträge zu entlasten. Bei dauerhaft niedrigen Zinsen gelingt dies jedoch nur eingeschränkt – die Folge: steigende Prämien.

5. Tarifinterne Entmischung

Gerade in geschlossenen Tarifen der Nürnberger zeigt sich ein deutlicher Trend: Junge, gesunde Versicherte wandern ab, während leistungshäufigere Personen im Kollektiv verbleiben – was die Prämienentwicklung negativ beeinflusst.

Wie kann die Gothaer im Rentenalter für stabile PKV-Beiträge sorgen?

Eine Beitragsanpassung mag häufig Sorgen mit sich bringen. Allen voran die Frage nach der Bezahlbarkeit der Beiträge im Rentenalter wird oft gestellt. Wir möchten Sie ein wenig beruhigen. Die Gothaer Krankenversicherung verfügt über verschiedene Sicherungsmechanismen, um Ihre Beiträge auch langfristig bezahlbar zu halten. Darüber hinaus gibt es einige weitere Optimale Vorsorgemöglichkeiten, um den PKV-Beitrag zu optimieren. Dazu zählen unter anderem:

  • Tarifliche Altersrückstellungen: Ein Teil Ihrer Beiträge wird zur Seite gelegt, um künftige Kostensteigerungen im Alter abzufedern. Die tariflichen Rückstellungen sorgen ab dem 65. Lebensjahr für Beitragsstabilität.
  • Gesetzlicher Beitragszuschlag – GBZ (10 %): Dieser Zuschlag wird bis zum 60. Lebensjahr erhoben und dient ebenfalls der Beitragsentlastung im Alter. Mit dem 60. Lebensjahr endet die Zahlung des Zuschlags. Die Folge ist eine kleine Beitragssenkung. Eine weitere Beitragssenkung folgt dann mit 65, wenn die angesparten Mittel aus dem GBZ beitragsmindernd verwendet werden.
  • Beitragsentlastungstarif: Der Beitragsentlastungstarif ist ein freiwilliger Baustein, mit dem Sie Ihre Beiträge im Ruhestand dauerhaft senken können. Sie zahlen während des aktiven Erwerbslebens bewusst mehr, um später weniger zu bezahlen. Diese Variante kommt vor allem für jüngere Versicherte, und Angestellte in Frage.
  • Entfall des Krankentagegeldes: Als Rentner kann das Krankentagegeld gestrichen werden, da es kein Einkommen mehr gibt, welches Sie absichern müssen – dadurch kann Ihr Monatsbeitrag spürbar sinken.
  • Standard- und Basistarif: In finanziellen Ausnahmesituationen stehen Ihnen alternative Tarife mit abgesenktem Beitrag zur Verfügung. Hier ist jedoch zu beachten, dass beide Tarife einen ähnlichen Leistungsumfang wie die GKV beinhalten. Sie sollten also lediglich die allerletzte Notoption sein.
  • Tarifwechsel nach § 204 VVG: Als Bestandskunde der Allianz haben Sie ein gesetzlich verankertes Recht, innerhalb der Gesellschaft in gleichwertige Tarife mit geringerem Beitrag wechseln zu können – und das ohne Gesundheitsprüfung und unter Beibehalt aller Altersrückstellungen. Der interne Tarifwechsel ist häufig die effektivste und nachhaltigste Methode um die PKV-Prämie zu senken. Auf gleichem Leistungslevel lässt sich eine Ersparnis von bis zu 48% erzielen.
  • Erhöhung der Selbstbeteiligung: Ein oft unterschätztes, aber wirkungsvolles Mittel: die Erhöhung der Selbstbeteiligung. Wenn Sie selten Leistungen in Anspruch nehmen, kann eine höhere Eigenbeteiligung lohnenswert sein – insbesondere dann, wenn die monatliche Beitragsersparnis höher ist als die potenzielle Mehrbelastung im Leistungsfall (muss). Diese Maßnahme lässt sich unkompliziert umsetzen und kann sofort spürbare Entlastung bringen.

Beitrag erhöht, was können Sie tun?

Wer eine Beitragserhöhung erhält, steht oft ratlos vor dem Schreiben. Dabei gibt es eine klare, gesetzlich verankerte Möglichkeit, die für viele Kunden deutlich bessere Ergebnisse liefert als ein Anbieterwechsel: Der interne Tarifwechsel nach §204 Versicherungsvertragsgesetz

Vorteile auf einen Blick:

  • Keine neue Gesundheitsprüfung, sofern keine besseren Leistungen gewünscht werden
  • Volle Mitnahme der Altersrückstellungen
  • Dauerhafte Beitragssenkung – häufig ohne Leistungsverlust
  • Schnelle Umsetzung möglich
  • Rechtlich klar geregelt und vom Gesetzgeber geschützt

Anbieterwechsel oder interner Tarifwechsel - was macht Sinn?

Merkmal

Anbieterwechsel

interner Tarifwechsel

Gesundheitsprüfung

Ja

Nein

Altersrückstellungen bleiben?

Bedingt / Nein

Ja

Beitragssenkung möglich

Ja, mit Risiko

Ja, ohne Risiko

Leistungen

Ungewiss

Vergleichbar / identisch

Aufwand

Hoch

Gering

Rechtssicherheit

Eingeschränkt

Hoch (gesetzlich verankert)

Diese Fehler nach einer Beitragserhöhung sollten Sie vermeiden

1. Vorschlag im Schreiben ungeprüft übernehmen

Das mitgelieferte Angebot wirkt attraktiv – enthält aber oft Tarife mit höherer Selbstbeteiligung, reduziertem Zahnschutz oder anderen Einschränkungen. Es fehlt die Transparenz und ein Stück weit auch der Wille der Gesellschaft, Ihnen wirklich aktiv weiterzuhelfen.

2. Übereilten Wechsel zu einem anderen Anbieter

Verlust der Altersrückstellungen, neue Gesundheitsprüfung, unbekannte Leistungen – ein Anbieterwechsel ist selten sinnvoll und birgt viele Risiken. Vor allem dann, wenn der neue Versicherer den Antrag zur Aufnahme noch ablehnen kann. Nach ausgesprochener Kündigung muss Sie die Nürnberger nicht wieder zu den ursprünglich gültigen Konditionen aufnehmen.

3. Hoffen auf Rückzahlung durch Klage

Anwälte werben mit Rückforderungen wegen angeblich unzulässiger Beitragserhöhungen. Die Realität:

  • Lange Verfahren
  • Hohe Kosten
  • Kaum Erfolg -> ein interner Tarifwechsel bringt mehr – und vor allem: sofort.

Fazit zur Beitragserhöhung

Eine Beitragserhöhung ist ärgerlich – aber auch eine Chance. Mit einem internen Tarifwechsel nach §204 VVG lassen sich Beiträge oft drastisch senken – ohne Leistungsabstriche, ohne neuen Vertrag und ohne Gesundheitsprüfung.

Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten:
✔ Wir prüfen Ihre bestehenden Tarife
✔ Finden Sparpotenziale
✔ Und begleiten Sie durch den Wechsel

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GKV / PKV – Unterschied der Systeme

GKV / PKV – Unterschied der Systeme

Gesetzliche vs. Private Krankenversicherung: Was ist der Unterschied – und welche ist die richtige für mich?

In Deutschland gibt es zwei zentrale Säulen der Gesundheitsabsicherung: die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV). Beide Systeme bieten Schutz im Krankheitsfall – unterscheiden sich jedoch deutlich in Beitrag, Leistung und Zugang. Wer vor der Wahl steht, sollte sich gut informieren. In diesem Beitrag klären wir die wichtigsten Unterschiede.


1. Wer kann sich wie versichern?

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Pflichtversichert sind in der Regel:

  • Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen unter der Versicherungspflichtgrenze (2025: ca. 69.300 € jährlich)

  • Studierende, Rentner und Arbeitslose

  • Selbstständige und Freiberufler (freiwillig, falls kein Anspruch auf Familienversicherung)

Private Krankenversicherung (PKV)
Zugang haben:

  • Arbeitnehmer mit Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze

  • Selbstständige und Freiberufler

  • Beamte (oft mit Beihilfe vom Dienstherrn)


2. Wie berechnen sich die Beiträge?

GKV
Die Beiträge richten sich nach dem Einkommen. Der allgemeine Beitragssatz beträgt ca. 14,6 %, plus Zusatzbeitrag (je nach Kasse). Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge.

PKV
Die Beiträge richten sich nach:

  • Alter beim Eintritt

  • Gesundheitszustand

  • Gewünschten Leistungen (Tarifwahl)

Ein Vorteil der PKV: Für Gutverdiener oder junge, gesunde Menschen sind die Beiträge oft zunächst günstiger. Nachteil: Beiträge steigen mit dem Alter.


3. Leistungen im Vergleich

GKV

  • Einheitliches Leistungspaket – gesetzlich geregelt

  • Standardversorgung: solide, aber nicht immer auf dem neuesten Stand

  • Begrenzter Zugang zu bestimmten Behandlungen oder Privatärzten

PKV

  • Individuell wählbare Leistungen

  • Häufig schnellere Arzttermine, Chefarztbehandlung, Einzelzimmer im Krankenhaus

  • Erstattung oft auch für alternative Heilmethoden und hochwertige Zahnbehandlungen

Aber: Wer Leistungen nicht versichert hat, zahlt sie selbst.


4. Familienversicherung

GKV
Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen sind beitragsfrei mitversichert – ein großer Vorteil für Familien.

PKV
Für jedes Familienmitglied muss ein eigener Beitrag gezahlt werden.


5. Wechsel und Rückkehr

  • Von der GKV zur PKV zu wechseln ist relativ einfach – eine Rückkehr in die GKV jedoch oft nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich (z. B. bei Unterschreiten der Einkommensgrenze oder mit über 55 kaum noch möglich).

  • Ein späterer Wechsel zurück kann teuer oder gar unmöglich sein – daher gut überlegen!


Fazit: Welche Versicherung passt zu mir?

GKV ist sinnvoll, wenn…

  • du ein regelmäßiges Einkommen unterhalb der Pflichtgrenze hast

  • du Kinder oder Ehepartner ohne eigenes Einkommen hast

  • du eine verlässliche Absicherung ohne große Eigenverantwortung willst

PKV ist attraktiv, wenn…

  • du jung, gesund und gut verdienend bist

  • du Wert auf individuelle und hochwertige medizinische Versorgung legst

  • du bereit bist, Verantwortung für langfristige Kosten zu übernehmen


Tipp zum Schluss: Ein Wechsel will gut überlegt sein. Nutze unabhängige Beratung – am besten von einem unabhängigen Versicherungsmakler


Vorurteile gegenüber der PKV, was ist dran?

Vorurteile gegenüber der PKV, was ist dran?

Vorurteile gegenüber der privaten Krankenversicherung (PKV) – Was ist dran?

Die private Krankenversicherung (PKV) steht häufig in der Kritik und wird mit einer Reihe von Vorurteilen belegt. Dabei entstehen viele Missverständnisse durch Unkenntnis oder ungenaue Informationen. In diesem Blogbeitrag möchte ich einige der gängigsten Vorurteile aufgreifen und überprüfen, ob sie der Realität standhalten.

  1. „Die PKV ist nur für reiche Menschen.“

Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass nur Besserverdienende sich eine private Krankenversicherung leisten können. Zwar hängt die PKV oft mit einem höheren Einkommen zusammen, da nur Menschen über einer bestimmten Einkommensgrenze (der Versicherungspflichtgrenze) oder Selbstständige und Beamte sich privat versichern dürfen. Doch das heißt nicht automatisch, dass die PKV unbezahlbar ist.

Die Beiträge in der PKV richten sich nach individuellen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang. Junge, gesunde Versicherte können von vergleichsweise günstigen Beiträgen profitieren. Zudem bieten viele Versicherer flexible Tarife an, die an persönliche Bedürfnisse angepasst werden können. Für Beamte sind die Beiträge durch die staatliche Beihilfe sogar besonders attraktiv.

  1. „Privatversicherte erhalten immer die beste Behandlung.“

Es ist zwar korrekt, dass Privatversicherte in vielen Fällen schneller Termine bekommen und manchmal bevorzugt behandelt werden, besonders in Bereichen wie der Facharztbehandlung. Allerdings bedeutet das nicht zwangsläufig, dass alle Privatversicherten eine bessere medizinische Versorgung genießen. Die Qualität der Behandlung hängt letztlich vom Arzt, der Klinik und der Diagnose ab, nicht ausschließlich von der Art der Versicherung.

Auch gesetzlich Versicherte können mit entsprechenden Zusatzversicherungen viele Vorteile der privaten Krankenversicherung nutzen, z.B. eine Chefarztbehandlung oder den Aufenthalt im Einbettzimmer.

  1. „Die PKV wird im Alter unbezahlbar.“

Ein häufiges Argument gegen die PKV ist, dass die Beiträge im Alter unerschwinglich werden. Es stimmt, dass die Prämien im Laufe des Lebens steigen, da die Gesundheitskosten mit zunehmendem Alter höher ausfallen. Allerdings gibt es in der PKV sogenannte Altersrückstellungen, die dafür sorgen, dass Beitragssteigerungen abgefedert werden. Außerdem bieten viele Versicherer spezielle Tarife oder Beitragssenkungsoptionen für ältere Versicherte an.

Darüber hinaus gibt es den sogenannten Basistarif, der eine Art Auffanglösung darstellt und vom Leistungsspektrum her vergleichbar mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist. Dieser Tarif sorgt dafür, dass Versicherte auch im hohen Alter nicht ohne Schutz dastehen.

  1. „Die PKV ist unsozial und spaltet die Gesellschaft.“

Kritiker behaupten, dass die PKV ein Zweiklassen-Gesundheitssystem fördert, da Privatversicherte Vorteile genießen, die gesetzlich Versicherte nicht haben. Tatsächlich gibt es Unterschiede, zum Beispiel in der Terminvergabe oder der Abrechnung bestimmter Leistungen. Doch ob das gesamte System „unsozial“ ist, hängt von der Perspektive ab.

Man kann argumentieren, dass durch die PKV Druck von der gesetzlichen Krankenversicherung genommen wird, da die privat Versicherten nicht im GKV-System mitfinanziert werden. Außerdem gibt es in der GKV das Solidaritätsprinzip: Höherverdienende zahlen hier mehr ein, auch wenn sie weniger medizinische Leistungen in Anspruch nehmen.

  1. „Der Wechsel zurück in die GKV ist unmöglich.“

Viele Menschen glauben, dass ein Wechsel von der PKV zurück in die gesetzliche Krankenversicherung praktisch unmöglich ist. Dies ist allerdings nicht ganz korrekt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Wechsel zurück möglich, z.B. wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt oder durch den Statuswechsel von Selbstständigkeit in eine Angestelltenposition.

Für Menschen über 55 Jahren ist der Wechsel jedoch tatsächlich deutlich schwieriger, da sie in der Regel nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen werden. Deshalb sollte die Entscheidung für oder gegen die PKV gut überlegt und langfristig geplant sein.

  1. „Die PKV deckt nicht alles ab.“

Ein weiteres Vorurteil lautet, dass die private Krankenversicherung nur bestimmte Leistungen abdeckt und vieles selbst bezahlt werden muss. Das stimmt so nicht. Die PKV bietet in der Regel umfangreiche Leistungen, die in vielen Fällen sogar über das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen.

Es stimmt jedoch, dass manche Tarife Ausschlüsse oder Selbstbehalte enthalten können. Hier gilt es, bei der Auswahl des Tarifs genau hinzusehen und die eigenen Bedürfnisse mit dem angebotenen Versicherungsschutz abzugleichen. Wer beispielsweise oft alternative Heilmethoden oder Zahnersatz benötigt, sollte darauf achten, dass der entsprechende Tarif diese Leistungen umfassend abdeckt.

Fazit

Die private Krankenversicherung ist nicht für jeden geeignet und hat Vor- und Nachteile, die individuell abgewogen werden müssen. Viele der gängigen Vorurteile basieren jedoch auf Missverständnissen oder verallgemeinerten Aussagen. Wer sich fundiert über die PKV informiert und die eigenen Bedürfnisse genau analysiert, kann eine gut informierte Entscheidung treffen.